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Geologie · 3D-Untergrund

3D-Strukturmodell Bremen und Bremerhaven

Das geologische 3D-Strukturmodell stellt die räumliche Verbreitung wichtiger quartärer und tertiärer Einheiten im Untergrund von Bremen und Bremerhaven dar. Es bildet eine fachliche Grundlage für hydrogeologische, ingenieurgeologische und geowissenschaftliche Fragestellungen.

Im Modell ist die Trennung zwischen bindigen und nicht bindigen Schichten deutlich erkennbar. Besonders in den Sedimenten des Holozäns sowie in den Ablagerungen der Saale-Kaltzeit treten diese in Form von Überschwemmungssedimenten (Auelehm) oder Geschiebelehm auf.

Datengrundlage und Entstehung

Die Bohrdatenbank des Geologischen Dienstes für Bremen verfügt über eine umfangreiche geowissenschaftliche Datenbasis mit nahezu 100.000 Bohrungen. Aus den Bohrdaten lassen sich Informationen zum Schichtaufbau sowie unter anderem zur Wasserdurchlässigkeit des Untergrundes ableiten.

Um eine räumliche Vorstellung vom Untergrund Bremens und Bremerhavens zu gewinnen, wurde im Rahmen des GEOPLAN-Projektes zwischen 2005 und 2015 ein 3D-Strukturmodell des quartären Untergrundes aufgebaut.

Das Modell bildet eine wichtige Grundlage für hydrogeologische Anwendungen und wird unter anderem für hydraulische Modellierungen und zur Prognose von Grundwasserströmungen genutzt.

Geologisches 3D-Strukturmodell

Das Strukturmodell beschreibt die räumliche Verbreitung und Lagerung der geologischen Einheiten im Untergrund von Bremen und Bremerhaven. Unterschiedliche Modellhorizonte können dabei gemeinsam oder getrennt betrachtet werden.

3D-Strukturmodell Bremen und Bremerhaven
3D-Strukturmodell Bremen und Bremerhaven
Räumliche Übersicht der modellierten geologischen Einheiten und ihrer Lagerungsverhältnisse.
Parametrisiertes Voxelmodell Bremerhaven
Parametrisiertes Voxelmodell Bremerhaven
Dreidimensionale Darstellung der räumlich interpolierten hydraulischen Durchlässigkeitsbeiwerte im Untergrund von Bremerhaven.

Zellbasiertes Voxelmodell

Bei dem stratigraphischen Modell handelt es sich um ein zellbasiertes 3D-Modell. Jede stratigraphische Einheit ist in eine bestimmte Anzahl von Layern unterteilt. Dadurch entsteht ein dreidimensionaler Volumenkörper aus einzelnen Modellzellen.

Diese Zellen können mit zusätzlichen fachlichen Informationen gefüllt werden. Dazu gehören beispielsweise hydraulische Durchlässigkeitsbeiwerte, wie kf-Werte, chemische Parameter oder weitere geologische und hydrogeologische Eigenschaften.

Voxelmodell: Durch die Unterteilung des geologischen Untergrundes in dreidimensionale Zellen können geologische und hydrogeologische Eigenschaften räumlich im Modell hinterlegt und ausgewertet werden.

Hydraulische Parametrisierung

Aus den geologischen Schichtbeschreibungen werden hydraulische Durchlässigkeitsbeiwerte (kf-Werte) abgeleitet und auf die Zellen des 3D-Modells übertragen.

Hierzu werden virtuelle Bohrsäulen in äquidistanten Abständen erzeugt. In einem weiteren Arbeitsschritt werden die Parameter im dreidimensionalen Raum interpoliert. Dabei kommen unter anderem DSI-Verfahren und Kriging zum Einsatz.

Auf diese Weise entsteht aus dem geologischen Strukturmodell ein parametrisiertes SGrid. Hydraulische Eigenschaften des Untergrundes stehen damit nicht mehr nur punktuell an den Bohrungen, sondern räumlich im dreidimensionalen Modell zur Verfügung.

Parametrisiertes 3D-Strukturmodell mit kf-Werten
Parametrisiertes 3D-Strukturmodell für Bremen und Bremerhaven
Räumliche Darstellung der hydraulischen Durchlässigkeitsbeiwerte. Die Farbskala zeigt den dekadischen Logarithmus des kf-Wertes.

Nutzung des parametrisierten Modells

Die räumlich verfügbaren Informationen zu den hydraulischen Eigenschaften des Untergrundes können für unterschiedliche hydrogeologische Fragestellungen genutzt werden.

Das 3D-Strukturmodell bildet unter anderem eine Grundlage für hydraulische Modelle und kann zur Untersuchung und Prognose von Grundwasserströmungen eingesetzt werden.

Karten aus dem 3D-Strukturmodell

Aus dem 3D-Strukturmodell lassen sich zweidimensionale Karten zu ausgewählten Grenzflächen und Mächtigkeiten ableiten. Die Kartenlayer können im Geologie-Datenportal angezeigt, miteinander kombiniert und abgefragt werden.

Interaktive 3D-Darstellung

In einem nächsten Ausbauschritt soll das geologische Untergrundmodell direkt im Browser dreidimensional erkundet werden können.

Vorgesehen sind unter anderem das Drehen und Zoomen des Modells sowie das Ein- und Ausblenden einzelner Modellhorizonte.

Ausführliche Modellbeschreibung

Weitere Informationen zu Datengrundlage, Modellaufbau, stratigraphischer Gliederung, Modellierung und Verwendung sind in der ausführlichen Dokumentation enthalten.

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